Windregion Zürcher Oberland

Diese Windregion entspricht weitgehend dem Gebiet, das vom Zweckverband Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) bearbeitet wird.
Ausnahme: Die mit * bezeichneten Gemeinden aus dem Zweckverband RWU nehmen wir in diese Windregion dazu.

Kontakt für diese Region: Daniel Diggelmann
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Soviel Energie steckt im Zürcher Oberland

Die nachfolgenden Zusammenstellungen zeigen die Windkraft-Eignungsgebiete im Zürcher Oberland gemäss dem Antrag des Regierungsrats vom November 2025 an den Kantonsrat, welcher für die Beratung und Entscheidung zuständig ist. Zwei Eignungsgebiete sind «festgesetzt» und sollen im Richtplan eingetragen werden. Drei «Zwischenergebnisse» weisen gemäss Vorprüfung des Bundes (BAZL, VBS) vom 20.6.2024 noch Koordinationsbedarf bezüglich Aviatik-Überwachungssystemen auf und können noch nicht festgesetzt werden. Während in der Vernehmlassung von 2024 noch geplant war, diese Zwischenergebnisse bereits in den Richtplan einzutragen, sieht der Antrag vom November 2025 davon ab. Weitere zehn Gebiete wurden bereits in den Unterlagen von 2024 aufgrund von Aviatik-Konflikten und Schutz-Nutzen-Abwägungen ausgeschlossen.

Unsere Empfehlungen an die KEVU und an den Kantonsrat:

  • Alle Eignungsgebiete mit Resultat «Festgesetzt» aber auch die Gebiete im «Zwischenergebnis» in den Richtplan eintragen. Nur so kann das ergiebige Potenzial der Windenergie gesichert werden, was für unsere Versorgungssicherheit von grosser Bedeutung ist, insbesondere im Winter. Ähnlich wie bei anderen raumplanerischen Vorhaben geht es darum, jetzt schon die möglichen Gebiete auszuweisen und für Landeigentümer, die Bevölkerung und allfällige weitere Nutzungsinteressen sichtbar zu machen.
  • Eignungsgebiete im Richtplan nicht aufgrund von Aviatik-Konflikten streichen, sondern in Zukunft neu beurteilen. Die Technik entwickelt sich weiter.
2 Eignungsgebiete mit 5 möglichen WEA und 42 GWh Jahresertrag

Details zu den Eignungsgebieten finden sich im aktuellsten Bericht des Kantons vom August 2025 «Steckbriefe der Potenzialgebiete (PDF)»; «Festsetzungen» ab Seite 11, «Zwischenergebnisse» ab Seite 68 und «Ausschlüsse», also nicht weiter verfolgte Gebiete, ab Seite 113.

Vergleiche mit weiteren wichtigen lokalen Energiequellen:

  • KEZO Hinwil: 102 GWh/a Strom, 60 GWh/a Wärme, 360 GWh/a Wärme ungenutzt.
    Gesamtes Energiepotenzial Wärme+Strom entspricht umgerechnet einer Strommenge von rund 240 GWh/a.
  • Energieholzertrag aus Wald Forstkreis Oberland: 96 GWh/a Wärme, entspricht umgerechnet etwa 32 GWh Strom.
  • Alle 10 Tösskraftwerke von Kollbrunn bis Pfungen ergeben 11,2 GWh Strom pro Jahr, alle weiteren 20 Wasserkraftwerke im Zürcher Oberland 6,2 GWh.

Im Hinblick auf eine erneuerbare Energieversorgung führen obige Beispiele und die weiteren Energienutzungen gemäss der Energiestrategie und Energieplanung des Kt. ZH zu einem breit abgestützten Energiemix: Die KEZO als Bandstrom, Energieholz, Biogasproduktion und Abwärme aus dem Abwasser v. a. im Winter zum Heizen. Alles sind sehr gute Ergänzungen zu PV und Wind.

Realisierbarer Jahresertrag durch Sonnen- und Windenergie,
Vergleich mit Wasserkraft CH

Die Grafik zeigt: 12 WEA (6 Festsetzungen + 6 aus Zwischenergebnis) liefern einen nicht so grossen Energieanteil wie in anderen Regionen. Trotzdem kann gesagt werden, dass Windenergie etwa einen gleichen Jahresertrag liefern könnte wie die PV-Anlagen, die im Jahr 2024/2025 in der ganzen Region installiert waren. Rechnet man ein, dass 2/3 des Windstroms im Winter anfällt und primär die Winterstromlücke gefüllt werden muss, bringen 12 WEA im Winter gleich viel Strom, wie wenn nochmals dreimal mehr PV-Fläche installiert würde.

Wie die Bergregionen oder die kanalisierten und gestauten Flusslandschaften könnte auch unsere Region mit der Windenergie eine natürliche Ressource nutzen, um zur Stromversorgung beizutragen.

Jahres-Energiebilanz PV + Wind + Wasser

Die rechte Säule mit dem Potenzial zeigt, dass der totale private Energieverbrauch in unserer Region etwa halbiert werden könnte bei vollständiger Elektrifizierung, also mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf elektrischen Strom.

Der heutige Stromverbrauch würde dadurch etwa verdoppelt. Als lokale Stromquellen können PV-Anlagen etwa 50% des Jahresbedarfs abdecken (im Winterhalbjahr 26%), Windenergie immerhin 8% (im Winterhalbjahr sogar 9%). Dies ist in Anbetracht des erhöhten Verbrauchs und der Stromlücke im Winter ein wesentlicher Beitrag. Er liegt etwas über dem Ziel des Kantons, welcher in der Energiestrategie für den Gesamtkanton per 2050 einen Anteil von lokaler 7% Windenergie anstrebt.

Monats-Energiebilanz PV + Wind + Wasser

Der Wind liefert in unserer Region vor allem in den Wintermonaten Strom, Photovoltaik im Sommer. Im Winter ist der Strombedarf grösser, primär für das Heizen.

Was im obigen Abschnitt über die Jahres-Energiebilanz bereits schon erläutert wurde, zeigt sich in der monatlichen Graphik besonders gut: Im Winterhalbjahr (Okt-Mrz) würden die 12 WEA in der Region 9 % des Stromverbrauchs abdecken, was insbesondere auch in den Monaten November bis Januar ins Gewicht fällt.

Energiewende in unserer Windregion Zürcher Oberland

Windenergie ist im Zürcher Oberland nur an wenigen Standorten nutzbar. Der Potenzialbericht des Kantons Zürich vom Dezember 2022 hatte noch 63 grosse Windenergieanlagen ausgewiesen, dies aufgrund der Windverhältnisse und erster Kriterien für mögliche Standorte. Aufgrund weiterer Schutz-Nutzen- und Aviatik-Abklärungen fallen nun aber die meisten Potenzialgebiete weg.
2 Eignungsgebiete mit 5 WEA verbleiben im Status «Festgesetzt», 3 weitere Eignungsgebiete mit 7 WEA sind als «Zwischenergebnis» bezeichnet und allenfalls später zusätzlich möglich.

Folgerungen für die Region Zürcher Oberland:

  • Die Standortgemeinden könnten mit ihren WEA zusammen mit gut ausgebauter Photovoltaik auf Dächern und Fassaden den ganzen oder einen grossen Anteil der Energie, welche sie benötigen, selber lokal produzieren. Und zwar nach der kompletten Umstellung von fossiler auf elektrische Energie für Haushalt, Heizung, Elektroauto, Schule, Verwaltung und Arbeitsplätze.
  • Oder umgerechnet auf die ganze Region (19 Gemeinden mit einer Bevölkerung von 140’000):
    12 WEA würden 8 % des gesamten Jahresstrombedarfs liefern, über das Winterhalbjahr sogar 9 %, also dann, wenn der Strombedarf grösser ist und die Gefahr einer Winterstromlücke besteht. Dies entspricht dem Windstromanteil, welcher in der Energiestrategie 2050 des Kantons Zürich angestrebt wird, und dem Anteil, welcher gesamtschweizerisch wichtig wäre für eine vollständige Energiewende ohne fossile Brennstoffe und ohne Atomstrom.

Windprojekte in der Region und Organisationen, mit welchen wir zusammenarbeiten

Förderverein Windenergie in Weisslingen und Russikon

Projekt Batzbergwind