Windregionen im Kanton Zürich

Wie gross ist überhaupt das lokale Windpotenzial? Wie im Vergleich zur Wasserkraft aus der Schweiz, wie im Vergleich zum örtlichen Potenzial der Photovoltaik? Es drängt sich auf, die Windkraft nach Regionen geordnet zu betrachten. Es geht darum, 1:1 ein Gefühl zu vermitteln zwischen, dem, was lokal an Energie verbraucht wird aber auch dank der neuen erneuerbaren Energien produziert werden könnte.

Die hier verwendete Einteilung in Windregionen ist nicht vom Kanton vorgegeben, stimmt aber weitestgehend mit den Planungsregionen überein, welche im Kanton Zürich für raumplanerische Aufgaben zuständig sind. Aufgrund der Windpotenziale, der Geländecharakteristik wie auch der Strukturen von Ortschaften und Agglomerationen betrachten wir diese Regionen:

In den weiteren Regionen des Kantons gibt es aus verschiedenen Gründen kaum Potenzialgebiete für grosse Windenergieanlagen (WEA). Das kann an den Windstärken liegen, an Naturschutzgebieten oder an erforderlichen Abständen zu Infrastrukturen. Es ist wichtig und richtig, der Sicherheit und den Menschen den Vorrang zu geben, wenn es beispielsweise um Flugverkehr und den Flughafen Kloten geht oder um Siedlungen, wo ein Minimalabstand von 300 Meter nicht eingehalten werden könnte.

Für Klein-WEA kann es überall im Kanton Potenzial geben. In Ortschaften, auf Geländekuppen sowie an bodennahen und windreichen Engnissen besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, mit Kleinwindkraftanlagen von der Energie der Luftströmungen zu profitieren.

Weitere Informationen: Vorgehen und Unterlagen vom Kanton Zürich

  • Der Grundlagenbericht (PDF) vom Dezember 2022 stellt das Windenergiepotenzial im Kanton Zürich, die «Potenzialgebiete» und wie diese ursprünglich festgelegt worden sind, transparent dar. Das Video der Medienkonferenz (YouTube) vom 7.10.2022 und die publizierten Folien geben einen sehr guten Überblick.
  • Während des «Mitwirkungsverfahrens» in der ersten Hälfte 2023 waren Gemeinden, Naturschutzverbände und andere Anspruchsgruppen zum Dialog eingeladen.
  • Als Ergebnis aus diesem Dialog und aus weiteren Abklärungen unter Einbezug diverser Fachstellen des Kantons sind weitere Unterlagen ausgearbeitet worden, wobei die «Potenzialgebiete» als Festsetzungen (Eignungsgebiete), Zwischenergebnis oder Ausschluss klassifiziert wurden.
  • Die Publikation erfolgte am 2. Juli 2024. Die Aufzeichnungen der Medienkonferenz «Eignungsgebiete Wind- und Wasserkraft, Verfahrensbeschleunigung» vom 2. Juli 2024 wie auch die etwas kürzere Aufzeichnung der Infoveranstaltung für die Bevölkerung des Kantons Zürich vom 10. Juli 2024 geben einen guten Überblick.
  • Die aktuellen Unterlagen sind hier publiziert:
    Kanton Zürich, AWEL, Abt. Energie, Webseite zum Thema Windenergie.
    Richtplanverfahren, öffentliche Auflage des Richtplans bis Ende Oktober 2024.
    Auf diese Unterlagen des Kantons stützen wir uns und verweisen insbesondere auf diese Dokumente: (Links zum Download):
    Karte mit den Eignungsgebieten (PDF, 5 MB)
    Steckbriefe Potenzialgebiete (PDF, 165 Seiten, 40 MB)
    Grundlagenbericht Windenergieplanung 2024 (PDF, 70 Seiten, 5 MB)
  • Bis Ende Oktober 2024 läuft die öffentliche Auflage der Richtplan-Teilrevision zur Festsetzung der «Eignungsgebiete» – Zonen, in denen Windenergieanlagen gebaut werden können, analog anderen Zonen wie Wohn- und Landwirtschaftszonen.
  • Danach folgen die weiteren ordentlichen Prozesse für Richtplanrevisionen, bis der Kantonsrat abschliessend über den Eintrag von Eignungsgebieten für die Windenergienutzung im kantonalen Richtplan entscheidet (erwartet im Jahr 2026). Grosse Windenergieanlagen können nur in rechtskräftig im Richtplan eingetragenen Eignungsgebieten entstehen.
  • Anschliessend wird es sich weisen, an welchen Standorten welche Anlagen projektiert und gebaut werden und was an Windenergie effektiv produziert werden kann im Kanton Zürich.

Motivation von Pro Wind Zürich für die Auswertungen nach Windregion

Energie ist schwer fassbar für die Bevölkerung.
Wir möchten ein besseres Gefühl vermitteln, …

  • um Produktionsmöglichkeiten einzuschätzen im Verhältnis zu unserem Verbrauch und anderen Energiequellen
  • dass unsere lokalen Produktionsmöglichkeiten an erneuerbarem Strom wesentlich sind.

Wir sind überzeugt, mit Photovoltaik (PV) und Windenergie die Mittel in der Hand zu haben, den Energiebedarf für unseren Lebensstandard selber zu decken – selbstbestimmt, unabhängig, sicher, bezahlbar, verantwortungsvoll und mit höchstem Mass an Umweltfreundlichkeit.

Berechnungsmethodik und Datenquellen

Potenzialgebiete, Anzahl WEA, Ertragspotenzial für Windenergie

  • Beurteilung bezüglich Ausschluss- und Schutzkriterien übernahmen wir 1:1 aus den oben erwähnten Unterlagen des Kantons.

Windregionen

  • Festlegung zusammenhängender Gemeindegebiete (ohne Städte Winterthur und Zürich), wo Potenzialgebiete für Wind vorkommen.
  • Auf dieser Basis kann die Bevölkerungszahl ermittelt werden (Datenquelle: Kantonale Bevölkerungserhebung, Statistisches Amt des Kantons Zürich).
  • Diese Regionen sollen eine einfache Vergleichsbasis schaffen. Ähnliche Berechnungen liessen sich auch pro Windpotenzialgebiet für die Standortgemeinden anstellen.
  • Strom fliesst über Gemeindegrenzen hinweg. Ganze (Unter-) Netze und letztlich das Schweizer und das europäische Stromnetz sind massgebend für eine sichere Stromversorgung. Aber – oder besser genau darum – ist jede lokal eingesparte oder produzierte kWh wichtig.

Realisierbarer Jahresertrag durch Sonnen- und Windenergie, Vergleich mit Wasserkraft CH

  • PV-Potenzial pro Gemeinde – Quelle: BFE/opendata.swiss
  • Wir rechnen mit 50 % dieses Gesamtpotenzials, weil nicht alle Dächer von ihrer Bausubstanz, vom Unterhaltszyklus und auch bezüglich weiterer Bauvorhaben sinnvoll und zeitnah genutzt werden können. Sommerüberschüsse sind bei 50 % nicht im Übermass zu erwarten.
  • Heute genutzter Anteil des PV-Potenzials – Quelle: EnergieSchweiz Energie Reporter
  • Strom aus Wasserkraft: Schweizweite Jahresproduktion, umgerechnet auf die Bevölkerung der Regionen. Dabei haben wir bewusst zwischen Speicher- und Flusskraftwerken unterschieden.

Jahres-Energiebilanz PV + Wind + Wasser

  • Produzierter Strom aus PV, Wind und Wasserkraft: wie oben
  • Die Energiebilanz zeigt nicht nur die produzierbare Strommenge, sondern auch den Verbrauch.
    Als Grundlage dient uns der heutige Schweizer Durchschnittsverbrauch pro Kopf gemäss BFE-Energiestatistik. Für die Verbrauchszahlen 2050 (Energiewende) nehmen wir an, dass 1 kWh Strom 3 kWh heutige fossile Energie ersetzt. Achtung: Wir haben keine effektiven Verbrauchs- und Prognosewerte der Elektrizitätswerke verwendet.

Monats-Energiebilanz PV + Wind + Wasser

  • Aufteilung PV-Produktion (Datenquelle: siehe Potenzial für PV), Windertrag (Verenafohren) und Wasserstrom (Swiss Energy-Charts) auf Monatswerte
  • Ebenfalls Aufteilung der Verbrauchswerte, insbesondere fürs Heizen (verschiedene Quellen)

Flächenverbrauch für WEA

  • Pro WEA haben wir 0,5 ha gerechnet (vgl. unsere Angaben auf der Seite Grosse Windenergieanlagen)
  • Flächen für Landwirtschaft, Wald, Gebäude, Strassen und so weiter pro Region gemäss den festgelegten Gemeinden aus der BFS Arealstatistik.

Da wir diese Systematik mit den gleichen Quellen und den gleichen Berechnungsmethoden für die fünf Regionen durchgeführt haben, ist auch ein Vergleich zwischen den Regionen und zwischen verschiedenen Planungsständen möglich. Wir führen aber auf unserer Webseite keine Vergleiche zu früheren oder alternativen Planungsszenarien, sondern zeigen den aktuellen Wissensstand aus der Planung des Kantons.