

Diese Windregion entspricht weitgehend dem Gebiet, das vom Zweckverband Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt (ZPK) bearbeitet wird. Aber auch weitere Gemeinden aus dem Zweckverband Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) und Furttal (ZPF – Gemeinden mit * bezeichnet) zählen wir dazu.
Kontakt für diese Windregion: Philipp Huber
E-Mail, mehr unter Kontakt
Kontakt zur Energieregion Knonaueramt: Johannes Bartels
E-Mail, Webseite Knonaueramt
Soviel Energie steckt im Knonaueramt und im Limmattal
Die nachfolgenden Zusammenstellungen zeigen die Windkraft-Eignungsgebiete der Region gemäss dem Antrag des Regierungsrats vom November 2025 an den Kantonsrat, welcher für die Beratung und Entscheidung zuständig ist.
Vier Eignungsgebiete sind «festgesetzt» und sollen im Richtplan eingetragen werden. Vier «Zwischenergebnisse» weisen gemäss Vorprüfung des Bundes (BAZL, VBS) vom 20.6.2024 noch Koordinationsbedarf bezüglich Aviatik-Überwachungssystemen auf und können noch nicht festgesetzt werden. Während in der Vernehmlassung von 2024 noch geplant war, diese Zwischenergebnisse bereits in den Richtplan einzutragen, sieht der Antrag vom November 2025 davon ab. Weitere drei Gebiete wurden bereits in den Unterlagen von 2024 aufgrund von Aviatik-Konflikten und Schutz-Nutzen-Abwägungen ausgeschlossen.
Unsere Berechnungen zeigen, dass mit Sonne und Wind die Energiewende für die Energieregion Knonaueramt erreicht werden kann.
Unsere Empfehlungen an die KEVU und an den Kantonsrat:
- Alle Eignungsgebiete mit Resultat «festgesetzt», aber auch die Gebiete im «Zwischenergebnis» in den Richtplan eintragen. Nur so kann das ergiebige Potenzial der Windenergie gesichert werden, was für unsere Versorgungssicherheit von grosser Bedeutung ist, insbesondere im Winter. Ähnlich wie bei anderen raumplanerischen Vorhaben geht es darum, jetzt schon die möglichen Gebiete auszuweisen und für Landeigentümer, die Bevölkerung und allfällige weitere Nutzungsinteressen sichtbar zu machen.
- Eignungsgebiete im Richtplan nicht aufgrund von Aviatik-Konflikten streichen, sondern in Zukunft neu beurteilen. Die Technik entwickelt sich weiter.
4 Eignungsgebiete («Festsetzungen») mit 11 möglichen WEA und 87 GWh Jahresertrag



Details zu den Eignungsgebieten finden sich im aktuellsten Bericht des Kantons vom August 2025 «Steckbriefe der Potenzialgebiete (PDF)»; «Festsetzungen» ab Seite 11, «Zwischenergebnisse» ab Seite 68 und «Ausschlüsse», also nicht weiter verfolgte Gebiete, ab Seite 113.
Vergleiche mit weiteren wichtigen lokalen Energiequellen:
- KVA Limeco Dietikon 54 GWh Strom, 33 GWh Wärme und 172 GWh ungenutzt, was total an einer Strommenge von 120 GWh entspricht.
- Energieholzertrag aus Wald Forstkreis Zimmerberg/Knonaueramt: 60 GWh/a Wärme, entspricht umgerechnet etwa 20 GWh Strom.
- Energieholzertrag aus Wald Forstkreis Limmattal/Furttal: 60 GWh/a Wärme, entspricht umgerechnet etwa 20 GWh Strom.
- Limmatkraftwerk Dietikon 20 GWh/a.
Im Hinblick auf eine erneuerbare Energieversorgung führen obige Beispiele und die weiteren Energienutzungen gemäss der Energiestrategie und Energieplanung des Kantons Zürich zu einem vielseitigen Energiemix: Die KVA und das Limmatkraftwerk als Bandstrom, Energieholz, Biogasproduktion und Abwärme aus dem Abwasser vor allem im Winter zum Heizen. Alles sind sehr gute Ergänzungen zu Photovoltaik (PV) und Wind.
Realisierbarer Jahresertrag durch Sonnen- und Windenergie,
Vergleich mit Wasserkraft CH

Die Grafik für das Knonaueramt zeigt: Sonne bringt in unserer Region auf das ganze Jahr gerechnet etwas mehr Stromertrag als die Wasserkraft aus den Fluss- und Staukraftwerken, würde man den Schweizerischen Jahresertrag pro Kopf aller Einwohner auf die 58’000 Einwohner in unserer Region beziehen.
8 WEA (Festsetzung) plus 10 WEA (Zwischenergebnis) könnten zusätzlich nochmals halb so viel Strom liefern wie gut genutzte Dächer und Fassaden mit Photovoltaik (PV).
Wie die Bergregionen oder die kanalisierten und gestauten Flusslandschaften könnte auch unsere Region mit der Windenergie eine natürliche Ressource nutzen, um einen bedeutenden Anteil zur Stromversorgung beizutragen.

Die Grafik für das Limmattal zeigt: 6 WEA (3 Festsetzungen plus 3 als Zwischenergebnis) liefern einen nicht so grossen Energieanteil wie in anderen Regionen. Zudem empfehlen wir auch 4 weitere WEA wegen Aviatik-Konflikten nicht bereits auszuschliessen, sondern in Zukunft nochmals neu zu beurteilen.
So oder so, bereits 3 WEA könnten einen gleich grossen Jahresertrag liefern, wie alle PV-Anlagen, die im Jahr 2025 in der ganzen Region installiert waren. Da zwei Drittel des Windstroms im Winter anfallen und primär die Winterstromlücke gefüllt werden muss, bringen 3 WEA im Winter gleich viel Strom, wie wenn nochmals dreimal mehr PV-Fläche installiert würde.
Jahres-Energiebilanz PV + Wind + Wasser

Die rechte Säule mit dem Potenzial zeigt für das Knonaueramt, dass der totale private Energieverbrauch in unserer Region etwa halbiert werden könnte bei vollständiger Elektrifizierung, also mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf elektrischen Strom.
Der heutige Stromverbrauch würde dadurch etwa verdoppelt, was aber problemlos abgedeckt werden könnte durch PV, Windkraft und Wasserkraft. Damit wäre nicht nur der Strombedarf für unsere Häuser und E-Autos abgedeckt, sondern auch jener für Schule, Verwaltung und Arbeitsplätze für die ganze Bevölkerung unserer Region.
Schweizer Wasserkraft würde zum Ausgleich von Erzeugungsschwankungen und für den teilweise fehlenden lokalen Strom gebraucht, es bliebe aber im Jahressaldo noch etwas übrig.

Die rechte Säule mit dem Potenzial zeigt für das Limmattal, dass der totale private Energieverbrauch in unserer Region etwa halbiert werden könnte bei vollständiger Elektrifizierung, also mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf elektrischen Strom.
Der heutige Stromverbrauch würde dadurch etwa verdoppelt. Als lokale Stromquellen können PV etwa 50 % des Jahresbedarfs abdecken (im Winterhalbjahr 25 %), Windenergie immerhin 7 % (im Winterhalbjar sogar 8 %). Dies ist in Anbetracht des erhöhten Verbrauchs und der Stromlücke im Winter ein wesentlicher Beitrag. Er entspricht dem Ziel des Kantons, welcher in der Energiestrategie für den Gesamtkanton per 2050 einen Anteil von 7 % lokaler Windenergie anstrebt.
Bemerkung zur Berechnungsmethodik: Für die Anzahl Arbeitsplätze wird der Pro-Kopf-Strom der Wohnbevölkerung gerechnet, nicht der effektive Strom: Anzahl Arbeitsplätze und effektiver Stromverbrauch sind vermutlich höher.
Monats-Energiebilanz PV + Wind + Wasser


Der Wind liefert in unserer Region vor allem in den Wintermonaten Strom, Photovoltaik im Sommer. Im Winter ist der Strombedarf grösser, primär für das Heizen.
Was die Grafik zum Knonaueramt verdeutlicht: Im Sommer steht mit PV und Wind gerade etwa soviel Strom zur Verfügung, wie die Region braucht. Wasserkraft braucht es nur zum Ausgleich bei Produktionsschwankungen. In den Wintermonaten von Oktober bis März ist Wind eine wichtige Ergänzung und trägt etwa gleich viel bei wie die Schweizer Wasserkraft. Die Wasserspeicher reichen so doppelt so lange und sollten gerade über den Winter reichen. Alternativ wäre ein noch grösserer PV-Ausbau denkbar, was im Winter etwas beiträgt, im Sommer aber zu grösseren Überschüssen führen würde.


Der Wind liefert in unserer Region vor allem in den Wintermonaten Strom, Photovoltaik im Sommer. Im Winter ist der Strombedarf grösser, primär für das Heizen.
Was die Grafik für das Limmattal aufzeigt: Was im obigen Abschnitt über die Jahres-Energiebilanz bereits erläutert wurde, zeigt sich in der monatlichen Grafik besonders gut: Im Winterhalbjahr (Oktober bis März) würden die 6 WEA in der Region 8 % des Stromverbrauchs abdecken, was insbesondere auch in den Monaten November bis Februar ins Gewicht fällt.
Flächenverbrauch von nur gerade 0,1 %

Die 18 WEA (8 Festsetzungen und 10 als Zwischenergebnis) in unserer Region würden gerade mal eine Fläche von rund 9 ha beanspruchen, was 0,1 % der Gesamtfläche unserer Region ausmacht. Davon wird nur ein ganz kleiner Anteil durch die Betonfundamente beansprucht, der Rest sind Kiesplätze bei den WEA und auch allfällige Verbreiterungen entlang der Zufahrtswege, was beides teilweise wieder begrünt werden könnte. Die tatsächlich verbrauchte Waldfläche muss zudem nach Gesetz 1:1 kompensiert, also andernorts aufgeforstet werden.
Zum Vergleich: Für Häuser und Strassen haben wir in unserer Region nahezu 15 % der Fläche verbaut. Weniger als ein Hunderstel an zusätzlicher Fläche reicht aus, um die Energie für unsere Häuser, Arbeitsplätze und für unsere Autos bereitzustellen – sicher, unabhängig und sauber.
Energiewende in der Energieregion Knonaueramt
- Der private Energieverbrauch könnte mit der vollständigen Elektrifizierung der Heizungen und des Privatverkehrs auf weniger als die Hälfte gesenkt werden.
- Langfristig: Unsere Energieregion Knonaueramt könnte für die 58’000 Einwohnerinnen und Einwohner mit der Realisierung des PV-Potenzials, mit 18 Windenergieanlagen und dem Schweizer Wasserstrom den gesamten Energiebedarf decken:
- privater Energiebedarf (Haushalt, Heizen, Privatverkehr)
- dazu den Bedarf für Schule, Verwaltung und Arbeitsplätze
- Wind und Sonne ergänzen sich übers Jahr ideal, einheimische Wasserkraft kann den notwendigen Ausgleich liefern.
- Ein wesentlicher Anteil an erneuerbarer Energie, lokal erzeugt und kontrollierbar, macht uns unabhängiger von Stromimporten.
- Es gibt interessante Beteiligungs- und Ertragsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, Firmen und Gemeinden.
- Windprojekte und Erkenntnisse aus deren Umweltverträglichkeitsuntersuchungen lassen sich nutzen, um Wald und Natur aufzuwerten (naturnahe Lebensräume, Klimaresistenz, Biodiversität).
Energiewende in der Region Limmattal
Windenergie ist nur an zwei Standorten mit je drei möglichen Anlagen nutzbar, davon gilt ein Standort erst als Zwischenergebnis. Folgerungen:
- Die Standortgemeinden könnten mit ihren WEA in Kombination mit gut ausgebauter Photovoltaik auf Dächern und an Fassaden den ganzen oder einen grossen Anteil der Energie, welche sie benötigen, selber lokal produzieren. Und zwar den gesamten Strom nach Umstellung von fossilen Energieträgern auf elektrischen Strom für Haushalt, Heizung, Elektroauto, Schule, Verwaltung und Arbeitsplätze.
- Umgerechnet auf die ganze Region verteilt sich der Windstromertrag auf eine grössere Bevölkerung von 79’000 sowie viele Firmen:
6 WEA würden 6 % des gesamten Jahresstrombedarfs liefern, über das Winterhalbjar sogar 7 %, also dann, wenn der Strombedarf grösser ist und die Gefahr einer Winterstomlücke besteht.
Windprojekte in der Region und Organisationen, mit welchen wir zusammenarbeiten
Energieregion Knonaueramt
Die Gemeinden der Energieregion Knonaueramt arbeiten bereits seit Jahren erfolgreich an einer erneuerbaren Energiestrategie und deren Umsetzung. Der Verein Pro Wind Zürich hat für diese Energieregion gleiche Berechnungen wie für die andern Windregionen angestellt. Wir sind im engen Austausch über die Potenziale der Windenergie und arbeiten eng zusammen. Konkrete Zielsetzungen und Aktivitäten werden jedoch direkt durch die Energieregion Knonaueramt definiert und angegangen.


